Wenn Sprache keine Grenze mehr ist – Instagram startet die neue Ära der KI-Übersetzungen
- Marvin von Videoübersetzungen.de

- 7. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Stell dir vor, du sprichst ein Reel auf Deutsch, lädst es hoch und Zuschauer in Spanien hören dich plötzlich auf Spanisch, mit deiner eigenen Stimme und perfekt passenden Lippenbewegungen. Genau das ermöglicht Meta seit dem 19. August 2025 (bisher nur Englisch und Spanisch).
Das neue Feature Meta AI Translations übersetzt deine Stimme in Echtzeit, klont deinen Klang und sorgt dafür, dass dein Mund im Video synchron zur neuen Sprache spricht. Die Funktion ist direkt in Instagram Reels integriert und kann vor dem Posten aktiviert werden.
Laut Meta wurde das Feature weltweit ausgerollt. Es richtet sich an Creator, die internationale Zielgruppen ansprechen wollen, ohne ein zweites Mal vor der Kamera zu stehen. „Translate your voice with Meta AI“ heißt der neue Schalter in der App, der genau das möglich macht. (TechCrunch)
Wie das Feature funktioniert und welche Reels sich eignen
Wenn du ein Reel aufnimmst, kannst du vor dem Upload die Option „Translate your voice with Meta AI“ aktivieren. Danach wählst du, ob du eine automatische Lippenbewegung wünschst, schaust dir die Vorschau an und veröffentlichst das Video. Die Zuschauer sehen automatisch die Version in ihrer bevorzugten Sprache. Die Originalversion bleibt immer erhalten, falls du die Übersetzung später wieder entfernen willst.
Meta empfiehlt, Reels mit klarer Sprache und sichtbaren Lippenbewegungen zu verwenden. Die besten Ergebnisse gibt es bei Videos mit wenig Hintergrundgeräuschen und maximal zwei Sprechern, die sich nicht gegenseitig ins Wort fallen. Damit das funktioniert, arbeitet im Hintergrund ein beeindruckendes System aus mehreren KI-Schichten. Meta setzt auf sein Sprachmodell Seamless-M4T, kombiniert mit Audioverarbeitung, Geräuschreduktion und Videoanalyse. All das sorgt dafür, dass deine Stimme in der Zielsprache natürlich klingt und der Mundbewegung deines Gesichts so gut wie möglich folgt. (ikyle.me)
Was Insta-Chef Mosseri dazu sagt und ob du Fehler später korrigieren kannst
Adam Mosseri, der Instagram-Chef, bezeichnet das Feature als einen Schritt in Richtung globale Creator-Community. Sein Ziel ist es, Sprachbarrieren zu beseitigen und Creator weltweit miteinander zu verbinden. Er teilte auf Threads und Instagram Screenshots, die zeigen, wie einfach die Bedienung ist. Es gibt einen einfachen Schieberegler für Übersetzung und Lip-Sync, eine Vorschau, und dann geht alles automatisch.
Falls du nach der Veröffentlichung feststellst, dass die Übersetzung nicht perfekt war, kannst du sie wieder ausschalten oder anpassen. Laut Meta lassen sich übersetzte Audiospuren nachträglich ersetzen oder komplett entfernen, ohne dass dein Originalvideo verloren geht. Das ist ein entscheidender Vorteil, denn viele KI-Systeme speichern Änderungen unwiderruflich. Hier bleibt dein Content flexibel und du behältst die volle Kontrolle. (TechCrunch)
Welche Sprachen es gibt und wo das Feature schon läuft
Zum Start funktioniert die KI-Übersetzung nur zwischen Englisch und Spanisch. Meta hat jedoch angekündigt, dass in den kommenden Monaten weitere Sprachen hinzukommen sollen. Noch gibt es keinen festen Zeitplan, aber klar ist, dass Instagram langfristig alle großen Märkte abdecken will.
Das Feature steht bereits allen öffentlichen Instagram-Accounts zur Verfügung. Auf Facebook ist es derzeit nur für Creator mit mindestens 1.000 Followern verfügbar. In einigen Regionen – darunter Teile Europas – wird das Update schrittweise freigeschaltet. Es kann also sein, dass du die Funktion noch nicht in deiner App siehst, obwohl sie schon aktiv ist. (Slator.com)
Wie die Zukunft aussehen könnte
Aktuell bietet Instagram eine automatische KI-Übersetzung mit Vorschau und Bearbeitungsfunktion. Doch das ist wahrscheinlich nur der Anfang. Auf YouTube gibt es schon länger die Möglichkeit, eigene Sprachversionen hochzuladen. Creator können dort professionelle Synchronsprecher oder geprüfte Dub-Tracks hinzufügen.
Facebook testet dieses Prinzip bereits. Dort können Creator bis zu 20 eigene übersetzte Audiospuren für Reels hochladen. Sollte Instagram diesen Ansatz übernehmen, würde das den nächsten logischen Schritt markieren: Eine Kombination aus KI-Automatik und manueller Kontrolle. Creator könnten dann entweder die KI-Version übernehmen oder ihre eigene geprüfte Übersetzung einfügen.
Das würde viele neue Möglichkeiten eröffnen. Man könnte Hintergrundmusik und Soundeffekte an die Zielsprache anpassen, Emotionen gezielter steuern und die Lippenbewegung von Hand korrigieren, wenn die KI bei einzelnen Szenen danebenliegt. Die Technik ist da, aber sie braucht noch Feinschliff – und menschliche Kontrolle. Wenn Meta diesen Weg weitergeht, könnten Reels bald so klingen, als wären sie von echten Synchronstudios produziert.
FAQ
Wann wurde das Feature eingeführt?
Am 19. August 2025 begann der weltweite Rollout.
Welche Sprachen sind verfügbar?
Aktuell Englisch und Spanisch. Weitere Sprachen folgen.
Wer kann das Feature nutzen?
Alle öffentlichen Instagram-Accounts und Facebook-Creator mit über 1.000 Followern.
Kann man Fehler nachträglich korrigieren?
Ja, du kannst Übersetzungen ersetzen oder löschen, ohne dein Originalvideo zu verlieren.
Welche Reels funktionieren am besten?
Gesichtskamera-Videos mit klarer Sprache, sichtbaren Lippenbewegungen und wenig Hintergrundlärm.
Wie sieht die Zukunft aus?
Meta könnte bald erlauben, eigene geprüfte Übersetzungen hochzuladen. Damit ließe sich KI und menschliche Kontrolle perfekt kombinieren.



